Assistenzgenossenschaft
Assistenzgenossenschaft: Selbstbestimmte Organisation von Assistenzleistungen
Eine Assistenzgenossenschaft ist eine gemeinschaftlich organisierte Form zur Erbringung von Assistenzleistungen, die in der Regel von Menschen mit Behinderungen selbst gegründet und mitgestaltet wird. Ziel ist es, die Kontrolle über die eigene Assistenz zu stärken und unabhängiger von klassischen Leistungserbringern zu werden. Im Mittelpunkt steht das Prinzip der Selbstbestimmung, da die Mitglieder einer Assistenzgenossenschaft aktiv über Inhalte, Organisation und Qualität ihrer Unterstützung mitentscheiden.
Im Unterschied zu herkömmlichen Assistenzdiensten bietet die Genossenschaft eine Struktur, in der Unterstützungsleistungen nicht nur empfangen, sondern auch mitgestaltet werden. Die Mitglieder sind gleichzeitig Nutzer und Miteigentümer der Genossenschaft, was ihnen ein Mitspracherecht bei allen relevanten Entscheidungen sichert. Das betrifft unter anderem die Auswahl von Assistentinnen und Assistenten, den Einsatz von finanziellen Mitteln oder die strategische Ausrichtung des Angebots.
Assistenzgenossenschaften fördern ein hohes Maß an Eigenverantwortung und Mitbestimmung. Sie schaffen transparente, demokratische Strukturen und bieten einen geschützten Rahmen, in dem sich Menschen mit Behinderungen gemeinsam organisieren und gegenseitig stärken können. In vielen Fällen ergänzen sie bestehende Angebote der Eingliederungshilfe und ermöglichen innovative Lösungen, die genau an den individuellen Lebensrealitäten der Mitglieder ausgerichtet sind.
Für Menschen mit Assistenzbedarf bieten Assistenzgenossenschaften eine Alternative zu traditionellen Trägern und ein Modell, das Selbstbestimmung, Teilhabe und Gemeinschaft in den Mittelpunkt stellt. Sie tragen dazu bei, neue Wege in der Organisation von Unterstützung zu gehen und das Verständnis von Inklusion aktiv weiterzuentwickeln.
